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Thema: Europa

Das EBA in Europa

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, einen einheitlichen Eisenbahnraum zu schaffen und den Schienenverkehr in Europa zu stärken. Durch eine Harmonisierung des Rechts und der beim Eisenbahnverkehr anzuwendenden Vorschriften werden noch vorhandene unterschiedliche Vorgaben der Mitgliedstaaten überwunden. Durch Vereinheitlichung unterschiedlicher technischer Systeme im notwendigen Umfang soll nach und nach ein interoperables Schienennetz in ganz Europa möglich werden. Gleichzeitig soll ein einheitlicher Eisenbahnmarkt geschaffen werden, zu dem jeder zu gleichen Bedingungen Zugang erhält und in dem der Wettbewerb der Eisenbahnen gestärkt wird.

Viele der in Deutschland geltenden Rechtsgrundlagen für das Eisenbahnwesen gründen daher auf Europäischem Recht. Dieses ist oft nicht unmittelbar anwendbar, vielmehr finden die Europäischen Regelungen zum Eisenbahnwesen über das nationale Gesetzgebungsverfahren Eingang in die deutschen Gesetze. Das EBA unterstützt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) dabei, europäische Gesetzesinitiativen in nationales Recht umzusetzen.

Europa-Flagge vor dem Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel Europa-Flagge vor dem Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel. Quelle: jorisvo / Fotolia.com

Mit Gründung der damaligen „European Railway Agency“ (ERA) in Lille forciert Europa die Realisierung eines einheitlichen Europäischen Eisenbahnraums. Die heutige „European Union Agency for Railways“ erarbeitet in zahlreichen Arbeitsgruppen unter Beteiligung von Spezialisten aus den nationalen Eisenbahnbehörden und aus den europäischen Verbänden des Eisenbahnsektors neue europäische Regelungen. Dazu zählen zum Beispiel so genannte Technische Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI). Diese TSI enthalten sowohl die Anforderungen als auch die Prüfverfahren für Interoperabilitätskomponenten und Teilsysteme.

Lenkungskreis Interoperabilität und Sicherheit

Die Entwürfe der Agency für europäische Rechtsetzungsakte werden im Railway Interoperability and Safety Committee (RISC), dem Ausschuss der Vertreter der Mitgliedstaaten bei der Europäischen Kommission, beschlossen. Die Abstimmung der deutschen Position im RISC erfolgt über den Lenkungskreis Interoperabilität und Sicherheit. Der Lenkungskreis besteht aus Vertretern des BMVI, des Bundesumweltministeriums, der Bundesländer, des EBA, der Benannten Stellen Interoperabilität, der deutschen Bahnindustrie, der deutschen Bahnen, der Güterwagenhalter und der Gewerkschaften. Das EBA hat die Funktion der Geschäftsführung dieses Lenkungskreises inne.

Der Lenkungskreis bündelt und koordiniert deutsche Interessen, etwa wenn die Eisenbahnagentur der Europäischen Union gesamteuropäische Regelungen erstellt.In den Arbeitsgruppen des Lenkungskreises werden die relevanten Themen der Arbeitskreise national diskutiert und Stellungnahmen zur europäischen Gesetzgebung erarbeitet, die ebenfalls in die Arbeitsgruppen der europäischen Eisenbahnagentur und Gremien der Europäischen Union eingebracht werden.

Die technische Säule des sogenannten 4. Eisenbahnpaketes, bestehend aus der Richtlinie (EU) 2016/797 über die Interoperabilität des Eisenbahnsystems in der Europäischen Union, der Richtlinie (EU) 2016/798 über Eisenbahnsicherheit, und die Verordnung (EU) 2016/796 über die Eisenbahnagentur der Europäischen Union, ist im Juni 2016 in Kraft getreten. Nach den Änderungen, die voraussichtlich von Juni 2019 an anzuwenden sind, wird das EBA bei der Erteilung von Genehmigungen für das Inverkehrbringen von Fahrzeugen und der Erteilung von einheitlichen Sicherheitsbescheinigungen noch intensiver als bisher mit der ERA zusammenarbeiten. Die ERA wird künftig auch ERTMS-Projekte vorprüfen. ERA, nationale Sicherheitsbehörden und der europäische Bahnsektor stimmen sich derzeit ab, um die Anwendung des neuen Regelwerks vorzubereiten. Zwischen der ERA und den nationalen Behörden werden Kooperationsvereinbarungen abzuschließen sein.