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Thema: Fahrzeuge

Probefahrten

Probefahrten sind Fahrten, die zur praktischen Erprobung neuer technischer oder betrieblicher Parameter durchgeführt werden. Das ist insbesondere der Fall bei

  • neuen Fahrzeugkonstruktionen bzw. Bauarten,
  • innovativen technischen Lösungen (Komponenten bzw. Fahrzeug),
  • neuen Sicherheitskonzepten,
  • neuen Werkstoffen und neuen Fügeverfahren oder
  • Geschwindigkeiten oberhalb der gesetzlich geregelten Grenzwerte.

Genehmigungserfordernis

Probefahrten bedürfen einer behördlichen Genehmigung. Die Genehmigung kann auf vorherigen Antrag hin vom Eisenbahn-Bundesamt erteilt werden, wenn nachgewiesen worden ist, dass durch die Probefahrten die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs nicht beeinträchtigt wird.

Jede Probefahrt erfordert eine vorherige Sicherheitsbewertung des Gefahrenpotentials beim „Einsatz und temporären Einfügen“ neuartiger Technik in das laufende Betriebsgeschehen. Folgende Sicherheitsbereiche sind besonders zu beachten:

  • Die erforderliche statische und dynamische Festigkeit des Wagenkastens ist vor der Überprüfungsfahrt festzustellen.
  • Vor jeder Überführungsfahrt muss anhand einer Einschränkungsberechnung geprüft werden, ob das Fahrzeug die Bezugslinien G1 bzw. G2 gemäß §22 Abs. 1 EBO einhält.
    Liegt eine Überschreitung dieser Linien vor, ist eine Ausnahmeregelung gemäß § 3 Abs. 1 i.V.m. § 22 Abs. 1 bzw. 2 EBO nötig. Führt diesbezüglich ein EVU des Bundes die Überführungsfahrt durch, ist der Erlass des BMVBW vom 25.01.1999 – EW 15/32.31.01/104Va 98 – zu beachten.
  • Zur Beurteilung der fahrtechnischen Sicherheit ist ein rechnerischer Nachweis der Entgleisungssicherheit zu führen.

Beurteilung der bremstechnischen Sicherheit

Um eine sichere Funktion der Bremsen während der Überführungsfahrt zu gewährleisten ist eine Standprüfung gemäß der Richtlinie "Regelung für die bremstechnische Beurteilung von Schie-nenfahrzeugen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO" erforderlich.

Entsprechend des UIC-Merkblattes 544-1 "Bremsen - Bremsleistung" ist ein vorläufiges Bremsgewicht zu ermitteln und zusammen mit der Leer- und Gesamtmasse des Fahrzeugs dort anzuschreiben. (Es sei denn, das Eisenbahn-Bundesamt hat eine bremstechnische Bewertung vorgenommen, die mit den aktuellen Fahrzeugparametern übereinstimmt). Hiervon kann abgewichen werden, wenn das Fahrzeug mit ausgeschalteten Bremsen als Leitungswagen überführt und die erforderliche Bremskraft des Gesamtzuges von anderen Fahrzeugen im Zug (Zuglok und Schutzwagen) übernommen wird. Für die Zugbildung ist die Konzernrichtlinie 408 zu beachten.

Benötigte Angaben für die Erteilung einer Genehmigung zu einer Probefahrt

Folgende Angaben werden für die Genehmigung einer Probefahrt benötigt:

  • Antrag mit allgemeiner Beschreibung
  • Detaillierter Erprobungsumfang
  • Nennung des Erprobungszeitraumes
  • Benennung des Verantwortlichkeiten

    • für die betriebliche Durchführung aller Fahrten
    • für die technische Durchführung der Prüfungen
  • Prüfstrecken
  • Geschwindigkeiten der Fahrten
  • Zugbildung
  • Betriebliche Durchführung der Fahrten:
    Alle Fahrten werden grundsätzlich unter den Bedingungen der EBO durchgeführt. Darüber hinaus sind für den Bereich der bundeseigenen Schienenwegebetreiber (z.B.: DB Netz AG) die gültigen Unternehmensrichtlinien, insbesondere die Bedingungen der Fahrdienstvorschrift Modul 408, einzuhalten. Abweichungen hiervon sind nur zugelassen, soweit sie in dem Antrag besonders genannt sind und ggf. der Nachweis gleicher Sicherheit gem. § 2 Abs.2 EBO geführt ist.
  • Sicherheitsbewertung (ggf. Nachweis gleicher Sicherheit gem. § 2 Abs.2 EBO):
    Darlegung der Maßnahmen mit denen trotz Durchführung der Erprobung ein sicherer Betrieb gewährleistet wird (z.B. Auswertung sicherheitsrelevanter Messwerte während der Messfahrt durch fachkundiges Personal; Geschwindigkeitssteigerungen stufenweise und nur wenn dies ohne Gefährdung des Bahnbetriebes möglich ist; jederzeit direkte Sprechverbindung zwischen Versuchsleiter und Triebfahrzeugführer, Geschwindigkeitsbegrenzung, kein öffentlicher Betrieb, zweiter Triebfahrzeugführer eingesetzt, etc.)
  • Hinweis der Beteiligung der Infrastrukturbetreiber