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Fachmitteilung 08 / 2008 vom: 14.12.2008, Thema: In eigener Sache

Elektrifizierung des Gemmenicher Tunnels - Wichtiger Lückenschluss in transeuropäischem Eisenbahn-Güterverkehrsnetz

Seit dem 14.12.08 kann die Güterverkehrsstrecke Aachen West – Montzen durchgehend mit elektrischer Traktion befahren werden. Damit ist die Verbindung Antwerpen – Moskau lückenlos elektrifiziert. Aufgrund der Staatsgrenze und damit auch der Bahnstrom-Grenze zwischen Deutschland und Belgien bzw. DB Netz und Infrabel wurde der Grenzabschnitt bislang mit Dieseltraktion befahren. Die Staatsgrenze verläuft durch den 870 Meter langen Gemmenicher Tunnel.

Zur Elektrifizierung des Grenzabschnitts wurde zwischen den beiden Netzbetreibern ein Vertrag abgeschlossen. Darin wurde festgelegt, dass von deutscher Seite der gesamte Tunnel und ein kurzer Streckenabschnitt auf belgischer Seite mit deutscher Technik geplant und gebaut werden soll. Daran schließt sich ein Teilstück mit einer belgischen Oberleitungsbauform an, der aber von Deutschland aus mit 15 kV / 16,7 Hz-Bahnstrom versorgt wird. Auf dem Moresneter Viadukt folgt schließlich ein Systemwechsel zum Übergang von deutschem 15 kV- Wechselstrom auf belgischen 3 kV-Gleichstrom.

Da innerhalb des Tunnels neben den beiden Regelgleisen ein weiteres Gleis für Güterzüge mit Lademaßüberschreitung 880 mm ausmittig des nördlichen Gleises verlegt ist, war eine Elektrifizierung in herkömmlicher Oberleitungstechnik nicht möglich. Zur Lösung dieses Problems wurden zwei Oberleitungen in Stromschienentechnik an der Tunneldecke montiert, die ein Befahren aller drei Gleise mit Elektrotraktion ermöglicht. Die Baukosten betragen insgesamt etwa 10 Millionen Euro.

Das Projekt wurde von einem deutsch-belgischen Lenkungskreis koordiniert, in dem die belgische Sicherheitsbehörde Service de Sécurité et d’Interopérabilité des Chemins de Fer (SSICF) und das Eisenbahn-Bundesamt Beobachterstatus hatten. Im Rahmen der regelmäßigen Besprechungen konnten so die beiden Sicherheitsbehörden nach Bedarf Einfluss auf die Projektschritte nehmen. Dabei waren insbesondere die Schritte zur Genehmigung der Inbetriebnahme nach europäischen Regularien abzustimmen, da der betroffene Streckenabschnitt Teil des konventionellen transeuropäischen Eisenbahnnetzes ist. Inhalt der Genehmigung ist die Inbetriebnahme des neu errichteten Strukturellen Teilsystems Energie, das in der Hauptsache aus der Oberleitungsanlage mit Bahnstromrückführung und Erdung besteht. Die auf belgischem Hoheitsgebiet von deutscher Seite geplante und errichtete Technik wurde von deutschen Gutachtern abgenommen. Rechtzeitig zur Betriebsaufnahme konnte von der EBA-Außenstelle Köln die Inbetriebnahmegenehmigung für das Strukturelle Teilsystem Energie bis zur Bundesgrenze erteilt werden. Die belgische Sicherheitsbehörde SSICF hat ebenfalls die Inbetriebnahme für den belgischen Streckenabschnitt genehmigt.